Wanderwege

Unsere Naturlehrpfade finden Sie unter der Rubrik Umweltbildung.

Parthenwanderung Schönefeld-Thekla (4km)

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Der Parthenwanderweg beginnt am Südeingang des Mariannenparks (am Stannebeinplatz, Straßenbahnlinie 1). Eine Orientierungstafel des Zweckverbandes Parthenaue zeigt den gesamten Weg im Bereich der Mitgliedergemeinden Leipzig, Plaußig, Taucha, Panitzsch und Borsdorf. Die Strecke ist 23 km lang.
Der Mariannenpark wurde in seinem ersten Abschnitt 1914, kurz vor  der Eingemeindung von Schönefeld nach Leipzig, in seinem zweiten Abschnitt  1924-1926 nach Plänen des Hamburger Gartenarchitekten Migge als ,, Volkspark Schönefeld‘‘ angelegt. Man betritt den Park auf der mit Rosen bepflanzten Hauptachse, durchquert ein Baumrondell und gelangt an die große Parkwiese. Vom nördlichen Parkausgang führt ein  Fahrweg an der Schönefelder Schwimmhalle vorbei in die Auenlandschaft der Parthe.
Nach kurzem Anstieg befindet man sich auf den bewaldeten Resten einer Aufschüttung aus der Vorkriegszeit. Von dem Plateau aus bietet sich ein guter Blick aus die Silhouette von Schönefeld: mit dem Schlossturm, der Gedächtniskirche -einem Bau von 1820, in dem zwei Jahrzehnte später Robert Schuhmann und Clara Wieck trauen ließ- und dem ebenfalls betürmten Rathaus von 1904/05. Schönefeld wurde 1270 erstmals urkundlich erwähnt. 1604 ließ der mit dem Dorf belehnte Leipziger Ratsmann Thümmel Rittegut und Schloss errichten. Hier wurde 1738 der Schriftsteller Moritz August Thümmel geboren. Das 1871-1876 für di von Eberstein neugebaute Schloss ging durch Verfügung der letzten Baronesse im Jahr 1900 an die ,,Mariannenstiftung‘‘ über, 1949 dann an die Stadt. Heute befinden sich im Schloss ein Pflegeheim und eine Förderschule für behinderte Kinder.
Der Weg führt wider herab zum Parthenufer und überquert die Volksbedingstraße nahe der alten Wassermühle. Es geht an der Gartenanlage ,,Schöne Heimat‘‘ und dem an anderen Parthenufer befindlichen Freibad Schönefeld vorbei. Über die Mockauer Parthenaue hinweg lässt sich die denkmalgeschützte Weidenhofsiedlung von 1919-1924 ausmachen. Vor uns liegt der Abtnaundorfer Park, den die alte Leipziger Handels- und Bankiersfamilie Frege um 1800 im englischen Stil anlege. Freges besaßen Gut, Schloss und Park bis 1916. Heute befinden sich in dem 1891-1893 neuerbauten  Schloss Wohnungen. Beim Verlassen des Parks fallen an der Abtnaundorfer Straße prunkvolle Landhäuser ins Auge, Sommersitze betuchter Leipziger Bürger um 1900 (Millionendorf). Demgegenüber erhielten sich nur wenige Reste des 1355beurkundeten Dorfe, so der Fachwerkbau des ehemaligen Gasthofes. 1930 ist der Ort 8wie auch Thekla) nach Leipzig eingemeindet worden. Vorbei am Gut Abtnaundorf (Reiterdorf) gelangt man zur Kastanienalle, die am Mausoleum, dem ehemaligen Erbbegräbnis der Familie Frege, endet. Von dort läuft der Weg wieder in eine Wiesenlandschaft, unterquert als Kiebitzstraße die Bahnlinie Leipzig-Eilenburg und führt am Naturbad Nordost (,,Bagger‘‘)entlang zur Endstelle der Straßenbahnlinien 9,82 und 82
Von der letzten Bank vor der Endstelle hat man einen schönen  Blick über die Parthe nach Mockau, dessen Stephanuskirche (Westturm des 13. Jahrhunderts), Schloss und der Einfahrtsbogen zum Gut zu erkennen sind. Mockau wurde 1286 erstmalig als Lehngut der Herren de Moccouvwe erwähnt. 1839 erwarb die Hugenottenfamilie Gontard das Gut, dern Erben es 1912 an die Stadt Leipzig verkauften.  Diese eröffnete schon im Folgejahr auf den Ländereien des Gontardschen Gutes den Luftschiffhafen Mockau mit der Landung zweier Zeppline in Anwesenheit von Graf Ferdinand von Zeppelin und König Friedrich August III. Wie Schönefeld wurde auch Mockauf, dessen Einwohnerzahl sich seit 1871 auf über 10.000 versechsfacht hatte, 1915 nach Leipzig eingemeindet.
Sind wir bisher der Parthe immer in nordöstlicher Richtung gefolgt, wendet sich diese ab Thekla nun in großem Bogen ostwärts. Sie bringt uns in der nächsten Wanderung nach Plaußig.



Parthenwanderung Thekla-Plaußig (4 km)

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Verlässt man die Enge der seit 1931 bis nach Thekla geführten Straßenbahn (Linie 9, 82, 83) an der Endstelle, lässt man auch die Enge der Stadt hinter sich. Eine Orientierungstafel des Zweckverbandes Parthenaue zeigt den markierten Wanderweg sowohl nach Abtnaundorf als auch in nordöstlicher Richtung bis nach Plaußig. Dort sind noch die Reste der einst für die Leipziger Naherholung  so beliebten Parthendörfer zu finden.
Wir gehen zunächst etwas 50 m stadteinwärts zur Parthebrücke. Die granitene Dreibogenbrücke ist  in ihrer einstigen architektonischen Schönheit kaum noch zu erahnen. Von hier schlängelt sich ein schmaler Wiesenweg links der Parthe mitten hinein in das Grün der Gräser und der Bäume. Hier kann man schon einatmen und den Blick frei schweifen lassen. In sanftem Bogen schwingt die Parthe durch die Wiesen nach Osten. Erlen Weiden und Pappeln säumen ihre Ufer oder bilden kleine Wäldchen und Einzelgruppen. Wie die Finger einer großen Hand gliedern Traubenkirschenhecken die Wiesen auf und stellen mit ihren Wildkrautsäumen ideale Unterkünfte für zahlreiche Vögel, aber auch für Niederwild dar. Der schmale Wasserstreifen lässt kaum noch die Gefahren früherer Hochwasser ahnen. Nur die Dammhöhe der Tauchaer Straße und der respektvolle Abstand des auf dem gegenüberliegenden Ufer noch in Resten zu findenden Dorfes Neutsch (jetzt Neutzscher Straße) weisen darauf hin. Nach überqueren der Wiese kommt man nach Plösen, dem nach  Neutzsch zweiten Dorf der Theklagründung von 1889. Von hier zweigt auch ein markierter weg (An den Pferdnerkabeln) zu der auf dem Eichberg liegenden und dem Ortszusammenschluß ihren Namen gebenden Kirche Hohen Thekla ab. Ein Besuch des aus Granitfindlingen gefügten romanischen Baues aus dem 12. Jahrhundert ist unbedingt zu empfehlen.
Beim Verlassen des alten Plösener Ortskerns am großen Torbogen des ehemaligen Mühlgutes lohnt ein Abstecher über den von der Plaußiger Straße abzweigenden  Fußweg nach Cleuden, dem dritten Thekladorf. Gut erhalten sind einige Bauerngehöfte  mit ihren (leider verputzten) Fachwerkgiebeln unter der Geborgenheit ausstrahlenden Krüppelwalmdächern.
Über die Straße Am Keulenberg unterqueren wir die Autobahn A 14. Am Ortseingang Plaußig biegt der Portitzmühlweg rechts nach Portitz ab. Ihm folgen wir, passieren die Reste der alten Wassermühle, überqueren die Parthe und erreichen auf einem steil ansteigenden Fußweg das seit 1575 (wie auch die Stadt Taucha und das Rittergut Graßdorf) dem Leipziger Rat gehörigen Dorf. 1926 ist es als eines der letzten Randdörfer nach Leipzig ein gemeindet worden. Hoch und sicher über der Parthenaue  gelegen, stehen wir hier auf altem Siedlungsgebiet. Ein slawischer Burgwall im Gelände des Pfarrhofes, die 1865-1867 im neugotischen Stil wiedererrichtete Kirche und das in alter Fachwerkpracht erstrahlende Remmlersche Gut und Sachzeugen einer durch den Menschen früh geprägten Kulturlandschaft. Ebenso die Wald-Wiesen-Felder-Aue, durch die man über den wieder abfallenden Weg  Zum Birkenwäldchen in Richtung Plaußig geht. Hier blühen an sumpfigen Stellen  noch Sumpfdotterblumen und Schwertlilien und in den Auenwaldresten des Ratsholzes hämmert der Specht. Auf dem Stellertsberg zur Rechten steht mitten im Grünen eine der schönsten Schulen des Leipziger Nordens. Zur Linken schimmern durch die Baumwipfel die Türme des 1275 ersterwähnten Gassendorfes Plaußig: vom Barockensemble des Rittergutes und der Kirche. In Plaußig bieten sich dem Wanderer gute Einkehr- und Rückfahrtsmöglichkeiten (Buslinie 82 und 83)




Parthenwanderung Plaußig-Taucha (5 km)

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Plaußig ist mit der Buslinie 82,82 ab Thekla direkt erreichbar. Erläuterungen zum Ort wie zu seiner näheren Umgebung werden auf der Wegenetztafel vor der Naturschutzstation geboten. Der Ort wurde um 1275 im Zusammenhang mit dem Ritter Dietrich vom Plusk, der offensichtlich mit der damaligen Wasserburg (Turmhügel im Gutspark erhalten) belehnt worden ist, erstmals erwähnt. Er hat bis heute seine kolonisationszeitliche Form als  Straßendorf erhalten. Der Ortskern wurde unter Schutz gestellt. Sehenswert ist das barocke, um 1726 vom Leipziger Ratsbaumeister Johann Georg Sieber errichtete Ensemble vom Rittergut, Pfarrhaus und Kirche. Letztere ist spätgotischen Ursprungs und beherbergt   die ältesten Glocken des Leipziger Kreises von 1439.
Der Weg verlässt Plaußig in östlicher Richtung vor dem idyllischen Dorfteich und überquert, bevor man den als Hasensteig benannten Wiesenweg betritt, den Rüdgengraben. Von dessen Einmündung in die Parthe bis zur nur 2 km entfernten Quelle im Biesengrund ist ein großes Renaturierungsprojekt angelegt, das in Form eines 60 m breiten Grünstreifens einen Biotopverbund herstellt. Die Wiesen bis Seegeritz sind zur Rechten eingerahmt durch die Waldkulisse der Parthenaue und zur Linken durch sanfte Endmoränenhügel, die teils mit Wald, teils mit Windschutzhecken bewachsen sind. Mit 132 m Höhe am Fuchsberg nahe Merkwitz werden immerhin 20m Höhenunterschied zur Parthe gemessen. Nach dem überqueren des Hasengrabens steigt der Weg links aus den Wiesen hinauf nach Seegeritz, einen zu Taucha gehörigen Ortsteil. Die kleine turmliseKirche auf dem steil abfallenden Sandberg spielte,  während der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 aufgrund  ihrer exponierten Lage eine strategisch wichtige Rolle. In ihr übernachteten vom 17.zum 18. Oktober, kurz vor seinem Tode, der Petersburger Feldmarschall Graf von Manuteuffel.
An der Gaststätte ,,Idyll‘‘ und dem Seegritzer Dorfteich vorbei und dann rechts abbiegend verläuft ein Fußweg durch die Hölle, ein Restauenwald, nach Taucha. Im Waldstück selbst haben die ,,Mandan‘‘- Indianer in einer ehemaligen  Kiesgrube ihr Domizil aufgeschlagen, und wer Glück hat, trifft sie auch einmal am Lagerfeuer tanzend an. Die Feldflur vom Waldrand bis zu den ersten Häusern birgt kaum noch sichtbare Zeugen einer unseligen Vergangenheit; Hier im denkmalgeschützten Gelände standen die Wohnbaracken der Fremdarbeiter, die während des Zweiten Weltkrieges in den unmittelbarer Nähe liegenden Mitteldeutschen Motorenwerken zur Zwangsarbeit verurteilt waren und zum Teil in den Tod getrieben wurden. Wenn der Weg auf die Fahrstraße trifft, biegt man linkerhand in den kleinen Ort Graßdorf ab. An der Parthe liegt das Gut Graßdorf, eine ehemalige Wasserburg (um 1200), später Ritter- und Stadtgut von Leipzig. Beim Übergang über die Parthe kann man im Giebel der ehemaligen Gutsschäferei noch das Leipziger Wappen erkennen. Doch hier sind wir schon in Cradefeld, einem weiteren, wie Graßdorf 1350  erstmals beurkundeten, 1575 vom Leipziger Rat gekauften und 1943/37 nach Taucha eingemeindeten Parthendorf.
Der Weg aus Cradefeld nach Taucha verläuft zunächst links, hinter der Bahnunterführung dann rechts der Parthe durch Wiesen- und Gartenlandschaften und  immer schon mit Blick auf die Türme von Taucha. Nachdem die Eilenburger Landstraße unterquert ist, geht es dann in die historische Altstadt hinauf. Die einst erzbischöflich-magdeburgische Stadt (bereits zu 974 als deutscher Burgward in der Chronik des Merseburger Bischofs Thietmar erwähnt, 1170 mit Stadt-, Markt- und Stapelrecht gewidmet) ist mit ihren Sehenswürdigkeiten eine eigene Wanderung wert. Der müde Wanderer aber geht den markierten Weg an der Kirche, am Rathaus und am Schlossberg vorbei und gelangt westwärts über die Brücken des Mühlgrabens und der Parthe zur Straßenbahnlinie 3 bzw. 18. Seit 1927 ist Taucha ans Leipziger Straßenbahnnetz angeschlossen.



Parthenwanderung Taucha-Panitzsch (6 km)

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Der Parthenwanderweg nach Panitzsch beginnt in Taucha (Straßenbahnendstelle 3 bzw. 18) am Eingang des Schöppenteichparkes. Eine Orientierungstafel gibt den Überblick über die vor uns liegende Wegstrecke. Wir durchwandern den landschaftlich reizvollen Park, vorbei am großen Schöppenteich und überqueren am Südende die Parthe, um den Weg auf dem Damm zu verfolgen. Die Pferde auf den rechts vor uns liegenden Wiesen gehören zum Reiterhof an der Krieckauer Straße, hinter den Bäumen am linken Parthenufer befindet sich das Tauchaer Freibad. Das Flüsschen wird wieder überquert,  und wir gelangen auf dem Weg Am Weinberg zum Stadtpark Taucha.   Der Stadtpark mit seinem Aussichtsturm auf dem 140 m hohen Weinberg bietet eine Fülle schöner Wege und Ansichten. Unterhalb des Weinberges verläuft der Weg an einer Gartenanlage vorbei durch offene Wiesenlandschaften bis zur Wurzner Straße.
Mit Plösitz erreicht man eines der sieben in den Jahren 1934-1937 nach Taucha eingemeindeten Parthendörfer ( Seegeritz, Cradefeld, Graßdorf, Döbitz, Dewitz,Schlis); ein kleines, ursprüngliches Bauerndorf (1378 beurkundet), das auf der Bergstraße durchschritten wird. Der jetzt am Ortsausgang links durch die Felder abwärts zu den Parthenwiesen führende  Weg ist nur gut ausgerüsteten Wanderern zu empfehlen, aber ist besonders reizvoll. Eigentlich geht man nur durch Wiesen, kann über die Aue die sanften Höhenzüge der Endmoränenhügel erkennen und hat bald das Ziel dieser Wanderung, den markanten Kirchberg von Panitzsch (144 m) vor Augen. Eine Brücke nach Sehlis sucht man vergeblich, doch ist eine im weiteren Ausbau des Wegnetzes eine solche geplant.
Vorhergesehen ist auch der Ausbau des Weges aus der Wiesenaue hinauf zur Kirche. Zur Zeit muss man noch ein Stück übers Feld dicht am Parthenufer gehen, kommt auf einen rechts abbiegenden Feldweg und muss noch einmal vor Panitzsch um  eine alte Stallanlage herum übers Feld. Dann aber ist die geschichtsträchtigste Stelle des Ortes, der Kirchberg, erreicht. Panitzsch ist in einer stiftsmerseburgischen Besitzteilungsurkunde für die Brüder von Friedeburg 1267 erstmals erwähnt worden. Hoyer der Jüngere erhielt außer linkssaalischem Besitz den Ort mit Zubehör, worunter wohl die drei Jahr später als zu Panitzsch gehörig beurkundeten Dörfer Althen Borsdorf, Schönefeld, Volkmarsdorf, Wolfshain und Zweenfurth zu verstehen sind . Bei jüngsten Grabungen im Inneren der romanischen Kirche aus der Zeit um 1200/20 (barocker Umbau 1705) konnte das Holzschwellenfundament einer Vorgängerkirche von 1750/70  freigelegt werden. Darunter wiederum fanden sich Bodenverfärbungen, die auf den Holzpfostenbau einer kleinen Missionskirche um 1080 hinwiesen. Den zurzeit ältesten bekannten Kirchenbau in unserem Raum. Die beiden Glocken der Kirche sind mittelalterlich. Von der Wehranlage dieser Wehranlage dieser Zeit zeugen noch eindrucksvoll der massive romanische Westturm und die der Böschungskante aufsitzende, die Bergkuppe kreisförmig umlaufende Lehmmauer des Friedhofes  mit seinem Doppeltor.
1534 ist Panitzsch von den Herren von Brandis gekauft und deren Cunnersdorfer Rittergut angegliedert worden. 1607 gelangte der stark verschuldete Besitz an den Leipziger Rat. Johann Jakob Vogel, Panitzscher Pfarrer von 1697 bis zu seinem Tode 1729 und einer der ersten sächsischen Geschichtsschreiber, hat der Messesatdt die Annales Lipsiae geschenkt. Sehenswert sind die am Wege liegenden Reste des alten Friedhofes ,,Blauer Engel“. Panitzsch ist ein Pferdedorf. Neben dem Pferdehof besteht noch ein sehr aktiver Reitsportverein, der alljährlich große Reitsportveranstaltungen durchführt.




Parthenwanderung Panitzsch-Zweenfurth (4,5 km)

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Beginnend an der Panitzscher Parthenbrücke verläuft der Weg durch Wiesen und Felder, und durchquert die neue B6 und schlängelt sich durch die neue Borsdorfer Siedlung ,,An der Parthenaue“ zur alten B6. Nach deren vorschichtigem Überschreiten gelangt man auf die alte Leipziger Straße, die uns  in den Ort und an die S-Bahn bringt. An der schönen dreibogigen Parthenbrücke  aus der Mitte des 18. Jahrhunderts liegt die älteste Besiedlungsstelle von Borsdorf, das im Zusammenhang mit der schon genannten Panitzscher Beurkundung 1270 erstmals erwähnt wurde. Der Weiler bestand nur aus wenigen Gehöften in Sackgassenanordnung, einer Schmiede, einem Geleithaus für die Brückenzolleinnahme  und einem Gasthof. Nach den Eisenbahnanschlüssen an die Wurzner (1838) und Grimmaer Strecke (1866) ist Borsdorf als bald großstädtischer Landhausvorort um die Jahrhundertwende auf 4000 Einwohner angewachsen. In dem neben der Parthenbrücke stehenden Gebäude wohnten während der Zeit des Bismarckischen Sozialistengesetzes die aus Leipzig ausgewiesenen August Bebel und Wilhelm Liebknecht.  
Reizvoll ist auch die Wanderung bis Zweenfurth. Nach überquert des Eisenbahnviaduktes südlich gehend, gelangt man in den Schwanenteichpark, einen schönen Landschaftspark am alten Parthenarm mit wechselnder Wasser-, Wiesen- und Waldkulisse. Auf dem Rad-Fußweg am Park geht es bis Zweenfurth durch ausgedehnte Wiesen, die von Gräben durchzogen werden und noch naturgeschützte Stellen aufweisen. Zweenfurth, das Dorf an den ,,Zwei Furten“ durch die Parthe, wurde zusammen mit Borsdorf, wohin es heute eingemeindet ist, 1270 erstmals erwähnt und weißt eine Reihe schöner Bauerngehöfte auf. Die vorreformatische Kirche mit Glocken von 1452 ist 1992 restauriert worden. Hier in Zweenfurth, wo die Threne in die Parthe einfließt, endet unser Wanderweg, stehen wir am südlichsten Ende des Zweckverbandsgebietes Parthenaue, aber der anschließend wirkende Landschaftspflegeverband Muldenland e.V hat mit der Weiterführung des Wanderweges bis zur Parthenquelle bereits begonnen.
Abschließend sei noch auf mögliche Abstecher vom Parthewanderweg hingewiesen, die sich vor und hinter Taucha rüstigen Taucha geradezu anbieten:




Tresenweg

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Der Tresenweg führt von der Panitzscher  Parthenbrücke als Sehliser Straße entlang den Parthenwiesen, auf denen die Pferde des Reiterhofes vor der 12 m aus der Aue aufragenden Bergkirche weiden. Am Abzweig nach Cunnersdorf biegen wir rechts ab und  gelangen in das nach Panitzsch eingemeindete kleine Gutsdorf mit noch sehenswertem barockem Herrenhaus. Im Spätmittelalter war der Ort wüstgefallen, 1516 wurde er Brandiser  Rittergutsflecken, ab 1607 Leipziger Ratsdorf. Wir halten uns im Ort an der abbiegenden Hauptstraße geradeaus, vorbei am Gut und an einem kleinen Stausee.
Über den folgenden Feldweg gelangen wir auf die Höhe am findlingsreichen Eingang des Tresenwaldes, von wo aus sich wieder das gesamte Leipziger Panorama bietet. Die etwa fünf Quadratkilometer große Waldung mit ihen rechtwinkligen Schneisen liegt auf Gerichshainer und Püchauer Flur. Seit ihrer einstigen Grenzlage zwischen  Sachsen und Preußen ist sie noch immer ein ganz ruhiges, wildreiches Fleckchen Erde. Einen idealen Vogelbrutplatz bietet der Tresenteich im nordöstlichen Zipfel des Waldes am Ende der Lübschützer Teichkette. Der Waldweg verläuft an einer Schutzhütte vorbei bis zur Plagewitzer Straße, die als ,,Holzstraße“ den Wald durchschneidet. Auf dieser gelangt man, links gehend, wiederum über Plagewitz an die Lübschützer Teiche. Oder: Wie biegen den ersten Weg von der Holzstraße  nach rechts ab. Dann führt uns ein Wald-Feldweg direkt nach Machern und zum dortigen Schloss mit seinem nach Wörlitzer Vorbild vor Ende des 18. Jahrhunderts angelegten Park, der bedeutendsten Anlage aus der Zeit der Empfindsamkeit in Sachsen.




Höhenweg Lübschützer Teiche

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Der Höhenweg zweigt vom Parthenwanderweg  an der Parthenbrücke Wurzner Straße in Taucha ab. Auf dem Weg Am Winneberg mit dem Kulturdenkmal Gewinneberg-einer slawenzeitlichen Wallanlage- gelangt man nach Döbitz. Der Tauchaer Ortsteil ist ein typisches Rittergutsdorf mit barockem Herrenhaus und kleinen verwinkelt angesiedelten Bediensteten Häusschen. Gleich daneben  An den Höfen das ebenfalls zu Taucha gehörige , 1212 als Herrensitz beurkundete Bauerndorf Dewitz mit großen, in der Parthenaue liegenden Dreiseithöfen und einer spätromanischen, von Findlingsmauer umgebenen Dorfkirche.
Nach überqueren der Sehliser Straße gelangen wir auf den eigentlichen Höhenweg, die Püchauer Straße, die allmählich ansteigend in das 150 00 Jahre alte Endmoränegebiet der Saaleeiszeit hineinführt. Markante Hügel wie der Schwarze Berg (177 m) oder der Fuchsberg (167 m) bieten sowohl schöne Anssichten als auch weite Aussichten. Von den Höhen kann man das Leipziger Land betrachten wie auf einer Landkarte: im Süden der Tresenwald, die Wasserscheide zwischen Mulde und Parthe, weiter westlich die Beuchaer und Panitzscher Bergkirchen, das Völkerschlachtdenkmal und alle Türme der Stadt Leipzig, im Norden wieder Endmoränenhügel. Aber nicht nur siedlungsgeschichtlich und geologisch ist dieses Gebiet interessant; es birgt auch floristische Kostbarkeiten. Stocken auf den Sandkuppen der Hügel Trockenrasenpflanzen, so sind in den Quellwiesen der Talgründe noch Orchideen vorhanden-allesamt streng geschützt.
In der Höhe von Pehritzsch, nachdem wir eine Privatstraße kreuzten, zieht der Weg immer geradeaus und nur durch Felder, bis sich plötzlich vor uns der Blick auf die Muldenaue öffnet: von Wurzen im  Süden mit den Türmen des Domes und der ehemaligen Keksfabrik über Schloss und Kirche von Püchau bis hin zum Eilenburger Burgberg im Norden. Dicht beim Tresenwald gelangen wir auf eine Obstallee, die aus dem Wald nach Plagewitz führt. Dorthin halten wir uns, können bereits die ersten Teiche von Lübschütz sehen. Vor dem Ortseingang  von Plagewitz schlagen wir gleich wieder rechts  den Weg über ein Höhe ein. Von dort genießen wir noch einmal den Blick in die Muldenaue, dann geht es zu den vor uns liegenden Lübschützer Teichen