Erlebbarkeit der Parthe

Aufbauend auf die Konzeptionsphasen und Planungsprozesse im Zuge der Projekte „Parthe / Stadt Land Kunst“ und „Parknetzwerk Partheland“ wurde 2009/2010 die „Machbarkeitsstudie zur Erlebbarkeit der Parthe“ erarbeitet. Diese bietet einen bedeutenden Beitrag zur gestaltenden Raumentwicklung innerhalb der Stadt-Umlandbeziehungen. Dabei geht es um einen integrierten Planungsansatz der Verknüpfungselemente Fluss, Landschaft, urbane Räume, alte Kulturorte, neue Kunstorte. Die Parthe stellt dabei das gemeinsame Verknüpfungselement der Kommunen im Verbandsgebiet dar. Auch im aktuellen Forschungsvorhaben „stadt PARTHE land – Kulturlandschaftsmanagement als Brücke zwischen Metropole und ländlichem Raum“ wird auf die Machbarkeitsstudie zurückgegriffen.

Ausgangssituation:
In den vergangenen Jahrzehnten wurde die natürliche Flusslandschaft fortwährend durch den Menschen überprägt. Siedlungen, Industrie, Verkehr und Ackerbau dehnten sich aus und drängten verstärkt in die Auenlandschaft.

Ziel:
Ziel ist es, die Kultur- und Naturlandschaft der Parthenaue zu entwickeln und für die Naherholung und den Tourismus zu erschließen. Die landschaftlichen und kulturellen Potentiale sollen erlebbar gemacht werden, um so der Region eine eigene Identität zu geben. Dabei besteht das Selbstverständnis darin, dass die Erlebbarkeit der Parthe sich nicht allein auf den Fluss oder die Aue beschränkt, sondern neben der Landschaft auch die Ortschaften und die Region mit einzubeziehen sind.
 

Aufgaben – Die Fünf Strategien:

  1. Die Parthe soll als Fluss und Landschaftsraum mit ihren Orten und Siedlungen mit allen Sinnen wahrnehmbar werden und damit als Marke der Region erlebbar gemacht werden.
    Hierzu sollen künftig 14 zentrennahe Wasserplätze entlang der Parthe geschaffen werden, die von Ort zu Ort unterschiedlich gestaltet sind. Derzeit befinden sich bereits fünf Wasserplätze in Planung, die jeweils ein Alleinstellungsmerkmal für ihren Ort darstellen, aber im Gesamtkonzept gesehen das gesamte Partheland prägen.

  2. Die Parthe wird – wo es möglich ist – entfesselt und Überschwemmungen zugelassen, um ihn in seiner Dynamik erleben zu können. Naturnahe Bereiche zur Erhöhung der Selbstreinigungskraft des Flusses werden weiterentwickelt. Längerfristig soll die Parthe wieder zum sommerlichen Baden einladen.

  3. Die schlummernden Qualitäten und Potentiale der Parthe mit ihren Begleiträume werden entdeckt, inszeniert und ‚wach geküsst’. Diese Neuorientierung wirkt nicht nur auf den jeweiligen Ort, sondern strahlt aus in die Region.

  4. Räume und Orte an der Parthe sollen qualifiziert werden, um damit einen Beitrag zur Aufwertung der gesamten Region zu ermöglichen. Hierbei werden die Orte und Räume nicht neu erfunden, sondern aus den bestehenden Potentialen mit ihrer jeweiligen Eigenlogik entwickelt.

  5. Die wassertouristischen Nutzungsmöglichkeiten der Parthe sollen ausgebaut werden, damit der Fluss aus einer neuen, ungewohnten Perspektive erlebbar wird. Die wassertouristische Nutzungen dürfen dabei die naturräumlichen Qualitäten nicht grundlegend beeinträchtigen. Grenzen sind zu akzeptieren.